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Edition 4°  |  17.09-20.09.2025

In einer Welt, die zunehmend von Unsicherheit, Krisen und Umbrüchen geprägt ist, braucht es nicht nur Antworten – sondern auch Vorstellungskraft. Fiktion als Revolution stellt die literarische Imagination ins Zentrum gesellschaftlicher Veränderung: Worte als Waffe, Erzählungen als Widerstand, Romane als Räume radikalen Denkens. Ungewisse Zeiten brauchen mutige Menschen. Autor*innen waren in der Geschichte oft diejenigen, die neue Realitäten imaginiert, unterdrückte Stimmen hörbar gemacht und gesellschaftliche Horizonte verschoben haben. Gerade in Momenten kollektiver Orientierungslosigkeit liegt in der Fiktion eine revolutionäre Kraft: Sie destabilisiert Gewissheiten, schafft alternative Narrative – und fordert uns heraus, anders zu denken, zu fühlen, zu handeln.

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PROGRAMM
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• TAG 1
17.09 / BURGKINO / 20:15
Special Screening, Mishima: A life in four chapters von Paul Schrader, 1985

Mishima: A Life in four chapters ist die Hommage eines der kontroversesten Auteurs des amerikanischen Kinos, Paul Schrader, an den ebenso kontroversen japanischen Autor Yukio Mishima. Er begeisterte mit seinen existenziellen, wütenden und doch sanften Romanen wie Bekenntnisse einer Maske, Der Held der See oder Leben zu verkaufen eine ganze Generation. Seine Faszination für Erotik und Tod, für Schönheit und Zerstörung machte ihn zum Star. Er verwandelte sich selbst in eine Kunstfigur. Was als ästhetisches Projekt begann, wurde schließlich zu einem politischen: Als Anführer einer rechtsextremen, nationalistischen Gruppe unternahm er einen Putschversuch gegen die japanische Regierung. Dieser scheiterte. Anschließend beging Mishima Seppuku, die traditionelle japanische Form des Selbstmords. 

 

Das Werk Yukio Mishimas zeigt die Widersprüchlichkeiten zwischen Werk und Mensch, zwischen Schönheit und Zerstörung. Paul Schrader hat mit seinem Kultfilm aus dem Jahr 1985 dieser Ambivalenz ein filmisches Denkmal gesetzt, mit einem Stil zwischen Fiebertraum und visueller Poesie. 

Tickets unter: BURG KINO
• TAG 2
18.09 /  CAFÉ PHIL / 19:00
Spoken Word Abend

Beim Spoken Word Abend präsentieren wir euch Literatur in all ihren Formen und Farben: Gedichte, Prosa, Performance. Wir testen die Grenzen von Wörtern und Begriffen. Die alljährliche Tradition des VLF mit anschließender Party im Café phil. 

Eintritt frei! 
• TAG 3
19.09 /  BUCHHANDLUNG ANALOG / 18:30
Erstpräsentation, Lesung und Gespräch, Baobab von Ada Diagne

Das VLF freut sich, zum ersten Mal eine Erstpräsentation zeigen zu dürfen: Von der Kraft der Literatur als eine Revolution von Freundschaft und Zusammenhalt gegen eine zerstörerische Vergangenheit handelt der märchenhafte Roman Baobab von Ada Diagne.

 

Nach einem schweren Sturm wird in einem westafrikanischen Dorf ein kleines weißes Mädchen angeschwemmt. Während viele Dorfbewohner*innen es aufnehmen wollen, wehrt sich die alte Madame Oumou entschieden – zu tief sitzen die Wunden der Kolonialzeit und die Erinnerung an die »Weißen Soldaten«. Doch das Dorf widersetzt sich und Zeyna darf bleiben. Als eines Tages alle Fische aus der Lagune verschwinden und die Erwachsenen ein Monster verdächtigen, macht sie sich auf die Suche nach den Geheimnissen ihres Dorfes – und findet Ava und in ihr eine unerwartete Freundin.

Ada Diagne erhielt 2021 den Young Storyteller Award für ihr Buch Menschen. Sie beschäftigt sich in ihren Texte mit Themen wie dem Afrozentrismus, Erinnerungskultur und Machtkritik.

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Eintritt frei! 
• TAG 4
20.09 /  BUCHHANDLUNG O*BOOKS / 19:00
Lesung und Gespräch, Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich von Kaska Bryla

In ihrer kraftvollen und poetischen Sprache durchbricht Kaśka Bryla die Grenzen von Vergangenheit und Gegenwart, von Imagination und Realität, von Möglichem und Unmöglichem. 

Der Sommer 2020 ist heiß und schön, und doch herr­schen überall Angst und Verunsicherung – auch auf dem Wagenplatz, wo die Autorin wohnt und mit einem schweren Krankheitsverlauf kämpft. Kraft geben ihr die inneren Gespräche mit dem Vater, der als Mitglied der polnischen Untergrundarmee im Gulag interniert war. Seine Widerständigkeit hat sie geprägt. Ihr eigener Kampf um ein selbstbestimmtes Leben als queere Frau ist ähnlich und doch ganz an­ders. Kraft gibt ihr aber auch das gestrandete Krähenbaby Karl, für das sie sorgt, solange es nicht fliegen kann. Liebevoll, lakonisch und manchmal surreal ver­flicht Kaśka Bryla Aufnahmen der Gespräche mit dem Vater, Fieberträume und Einsamkeit. Dieses außer­gewöhnliche Buch erinnert uns daran, was es bedeutet, Versprechen zu halten.

Kaśka Bryla wuchs zwischen Wien und Warschau auf. 2018 erhielt sie den Exil-Literaturpreis, 2024 war sie für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert.

Eintritt frei! 

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